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Robert Schwebel | | astro

Partielle SoFi vom 12.08.2026

Nach langer Zeit gab's heute mal wieder eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen, hier in Hildesheim mit 87% Bedeckung. Was macht man da? Am besten Bürgersteig-Astronomie!

Bei der Hildesheimer Gesellschaft für Astronomie (HiGA e.V.) gab es mehrere Gruppen: Einige waren in der Totalitätszone in Spanien unterwegs, eine weitere Gruppe in Lechstedt, und eine dritte Gruppe schließlich auf dem Parkdeck der Arneken-Gallerie mitten in der Hildesheimer Innenstadt. Also eine gute Gelegenheit, mal wieder ein bisschen Öffentlichkeitsarbeit zu machen.

Wenn man mit Astro Themen zu den Leuten will, ist das nicht ganz einfach: Von sich aus kommen die Leute in Hildesheim zur Sternwarte am Gelben Turm; dort hätte man zwar eine perfekte Sicht nach Nordwesten gehabt, aber auf den Turm passen nie so viele Leute, wie zu einer Sonnenfinsternis typischerweise kommen. Also geht man besser da hin, wo die Leute eh schon sind: beim Einkaufen, mitten in der Innenstadt.

Da man dort aber typischerweise nicht so gute Horizontsicht hat, kam die Idee auf, vom obersten Parkdeck der Arneken-Gallerie aus zu beobachten. Dort hat man einen perfekten Blick über die Stadt, Platz ist da auch genug und die Leute kommen da gut hin. Also fand sich eine kleine Gruppe der HiGA, die dort oben einen Stapel Equipment aufgebaut hat.

Ich bin ja bei solchen Aktionen immer eher für Low Tech. Je mehr Equipment und je mehr Technik man auffährt, um so mehr kann schiefgehen und ehrlich gesagt sind perfekte Digitalbilder auch was, was heute keinen mehr vom Hocker haut, weil man die eh an jeder Ecke im Internet sieht. Also selber durch's Teleskop gucken. So mit'm Auge. Und ohne Kamera. Damit fiel die Wahl auf die Super Polaris DX samt Akku und Steuerung sowie den 10/1000er Maksutov mit Objektiv-Sonnenfilter und Zenith-Prisma und ein Okular für die große Übersicht. Die Kombination war im Nachhinein perfekt: In 5 Minuten aufgebaut, alles hat perfekt funktioniert.

Ab 18:00 Uhr kam dann quasi eine durchgehende Schlange von Leuten, die erst mit dem Sonnenuntergang um 20:52 Uhr abebbte. Die Sonne bot ein abwechslungsreiches Programm: Es gab Sonneflecken, man konnte etwas über Magnetfelder und Fusion und den Sonnenwind erzählen. Man konnte schön sehen, wie der Mondrand keine perfekte Scheibe ist, sondern Berge und Täler hat, es gab Diskussionen zu Atmosphäreneffekten und den verschiedenen Arten von Finsternissen. Und um die größte Bedeckung gegen 20:10 Uhr herum konnte man schön sehen, wie das Licht ganz flau wurde und wie man plötzlich den Schatten einzelner Haare randscharf erkennen konnte, weil die Sonne plötzlich sowas wie eine Punkt-Lichtquelle geworden war. Also jede Menge gute Gelegenheiten, den Leuten ein bisschen Astro-Themen nahezubringen.

Eine tolle Aktion, tolles Team, tolle Besucher, super Stimmung!